Über 300 Besucher bei 'MS Life’

Symposium in Papenburg mit Experten und Patienten /„Enormer Informationsbedarf“


Sehr zufrieden mit der gelungenen Veranstaltung sind Prof. Fedor Heidenreich,
Theo Jasper, Prof. Thomas Mokrusch, Helena Kohnen (MS-TIC) sowie Monika und Walter Theismann von der Kreisgruppe Emsland der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Foto: Alex Siemer
Papenburg, 15.11.2003.

Theo Jasper ist äußerst zufrieden: Über 300 Interessierte, vor allem Betroffene und ihre Angehörigen, beteiligten sich am Sonnabend im 'Forum Alte Werft’ in Papenburg am Symposium 'MS-Life - Hoffnung bei Multiple Sklerose-Erkrankung’. Fernsehmoderatorin Vera Cordes führte durch das Programm, das sich in Fachvorträge und Expertendiskussion aufteilte. Anlass für die Tagung war das fünfjährige Bestehen der Selbsthilfegruppe MS-TIC in Papenburg.

Mit Prof. Dr. Fedor Heidenreich von der Klinik Henriettenstift Hannover, Prof. Judith Haas vom Jüdischen Krankenhaus Berlin und Prof. Thomas Mokrusch von der Hedonklinik Lingen hatten die Organisatoren drei herausragende Experten als Referenten gewonnen. Nach jeweils rund 30minütigen Vorträgen stellten sich die Fachmedizinern den vielen Fragen des Publikums.

Die drei Medizinexperten machten in ihren Vorträgen, dass die Multiple Sklerose nach wie vor nicht vollständig erforscht ist. So weiß man auch heute noch recht wenig über die Entstehung und Ursachen der Erkrankung. Besonders wichtig ist aber, dass sich Erkrankten mit ihrer Krankheit auseinandersetzen, sie annehmen. Das große Probleme sei die Verleugnung der Erkrankung, „oft über Jahre hinaus“, so Prof. Haas. Aber „Verleugnung verhindert Therapie“ und die sei um so wirksamer, je eher sie einsetzen könne.

Heilen lässt sich MS heute noch nicht, der Krankheitsverlauf aber durch Medikamente positiv beeinflussen. Ausführlich gingen die drei Referenten in ihren Vorträgen und vor allem auch in der Fragestunde des Publikums auf die unterschiedlichen Therapieformen und Besserungschancen ein. Welche Hilfe möglich und nötig sind, war auch Thema der Ausstellung im Foyer des Forums. Hier präsentierten sich Selbsthilfegruppen ebenso wie beispielsweise das Pharmaunternehmen Biogen GmbH, das spezielle Medikamente zur MS-Therapie entwickelt hat.

„Es gibt einen hohen Informationsbedarf zur Krankheit“, erklärte Theo Jasper, der zusammen mit der Selbsthilfegruppe MS-TIC und dem Pharmaunternehmen Biogen die Tagung organisiert hatte. Und Prof. Heidenreich stellte fest: „Die Patienten haben Anspruch darauf, dass sie kompetent informiert werden.“ Dass das Symposium für die MS-Erkrankten und ihre Angehörigen „unheimlich wichtig“ ist, bestätigte auch Ursula Mersmann, die als Behindertenbeauftragte des Landkreises Emsland an der Veranstaltung teilnahm. Als Gäste des Treffens konnte Moderatorin Vera Cordes neben Frau Mersmann auch den Bürgermeister der Stadt Papenburg, Ulrich Nehe, und den früheren Bundestagsvizepräsidenten und langjährigen CDU-Bundestagsabgeordneten Rudolf Seiters begrüßen.

Zu Beginn des Symposions las die selbst an MS erkrankte Anita Hermelingaus ihren autobiografischen Büchern und stimmte die über 300 Zuhörer auf das Thema der Veranstaltung ein. Musikalisch umrahmt wurde die Autorenlesung von Rainer Zoch auf der Solo-Gitarre. 

Foto: Alex Siemer 

Die bekannte Fernsehmoderatorin und Medizinjournalistin Vera Cordes führte durch das Programm von 'MS Life’.   

Foto: Alex Siemer